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Service-Tipps

Ladung mit Schleudertrauma: Wenn Gepäck fliegen lernt

Wer Koffer für den Urlaub packt oder den Wocheneinkauf verstaut, unterschätzt oft die physikalische Trägheit. Ein paar einfache Handgriffe beim Beladen schützen euer Leben und bewahren euch vor teuren Bußgeldern.

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Wer Pakete und Kisten im Transporter eng aneinanderstellt und mit stabilen Spanngurten fixiert, erfüllt mühelos die gesetzlichen Vorgaben der StVO. Bild: GTÜ via Autoren-Union Mobilität

Der Motor startet, die Route im Navigationssystem steht und die Vorfreude auf das Ziel steigt mit jedem Kilometer. Doch oft wandern die schweren Getränkekisten, die Sportausrüstung oder der Laptop für die Arbeit völlig gedankenlos auf die Rückbank oder lose in den Kofferraum. Genau in diesen unbeschwerten Momenten des Alltags schleicht sich eine Gefahr ein, die fatale Folgen nach sich zieht. Sobald der fließende Verkehr euch zu einer plötzlichen Vollbremsung zwingt oder ein unerwartetes Ausweichmanöver verlangt, verwandelt sich das ungesicherte Gepäck in Sekundenschnelle. Lose Gegenstände fliegen ungebremst in Fahrtrichtung weiter und entwickeln selbst bei geringen Geschwindigkeiten eine immense Durchschlagskraft.

Die unsichtbare Flugbahn der Alltagsdinge
Physikalisch gesehen behält jeder ungesicherte Gegenstand bei einer Bremsung seine Geschwindigkeit bei. Ein schwerer Werkzeugkoffer oder eine vermeintlich leichte Flasche auf der Rückbank schießen dann wie ein Katapult nach vorn. Sie verletzen Insassen im schlimmsten Fall schwer oder lenken euch im entscheidenden Moment komplett vom Verkehrsgeschehen ab. Ähnliches passiert bei rasanten Kurvenfahrten oder plötzlichen Ausweichmanövern, wenn die Ladung unerwartet zur Seite rutscht, kippt und das Fahrverhalten eures Autos massiv verändert. Der Gesetzgeber versteht hier verständlicherweise keinen Spaß. Die Straßenverkehrsordnung schreibt unmissverständlich vor, dass eure Ladung selbst bei einer Vollbremsung sicher an ihrem Platz bleiben muss. Wer faul stapelt, riskiert empfindliche Bußgelder und verliert bei einem Unfall unter Umständen sogar den Versicherungsschutz.

Das schlaue Principle der engen Lücke
Sicherheit beginnt im Fahrgastraum, indem ihr dort schlichtweg keine losen Gegenstände duldet. Verstaut Handys, Dosen oder Regenschirme konsequent in den geschlossenen Ablagefächern. Eure Taschen oder Rucksäcke gehören nicht ungesichert auf die Sitze, sondern wandern am besten in den Fußraum direkt hinter die Vordersitze oder erfordern den Klick in den Sicherheitsgurt. Für den Kofferraum gilt eine goldene Regel, die Profis als formschlüssiges Beladen bezeichnen. Platziert schwere Gegenstände immer ganz unten und direkt an der Rücksitzlehne. So nehmt ihr der Ladung den Anlauf und verhindern, dass sie überhaupt erst Schwung holt. Leichte Gepäckstücke füllen die verbleibenden Räume darüber aus. Vermeidet jegliche Lücken, denn je enger alles beieinanderliegt, desto stabiler bleibt die gesamte Fuhre.

Kleine Helfer mit riesiger Schutzwirkung
Ihr müsst kein Vermögen ausgeben, um euer Auto in eine sichere Festung zu verwandeln. Ein einfaches Sicherungsset im Kofferraum löst fast jedes Transportproblem im Alltag. Besorgt euch zwei stabile Zurrgurte, eine rutschfeste Matte, ein Gepäcknetz und eine faltbare Box für Kleinteile. Nutzt die serienmäßigen Zurrösen am Fahrzeugboden, um schwere Boxen festzuzurren. Achtet darauf, dass die Gurte extrem straff sitzen und nicht an scharfen Kanten scheuern. Falls ihr für lange Gegenstände wie Holzlatten oder Sportgeräte die Rücksitzbank umklappt, verliert ihr die schützende Barriere nach vorn. Sichert diese langen Teile besonders akribisch und polstert scharfe Ecken mit einer dicken Decke ab, damit im Ernstfall nichts nach vorn schießt.

Der finale Check vor dem Startschuss
Ein kurzer Rütteltest mit der Hand verrät euch sofort die Wahrheit über eure Packkünste. Bewegt sich die Ladung jetzt schon leicht, müsst ihr die Gurte unbedingt nachziehen. Gerade bei weichen Kartons oder unregelmäßigen Möbelstücken lohnt sich nach den ersten Kilometern ein zweiter Blick, da sich das Material durch die Vibrationen während der Fahrt setzt. Denkt vor der Abfahrt auch an das veränderte Fahrverhalten eures vollgepackten Autos. Der Bremsweg verlängert sich spürbar. Passt den Reifendruck unbedingt an die maximale Beladung an; die genauen Werte findet ihr auf dem Aufkleber in der Fahrertür oder im Tankdeckel. Zuletzt bleibt eine freie Sicht durch alle Scheiben Pflicht. Und sorgt dafür, dass Warndreieck, Verbandkasten und Warnwesten trotz des Gepäcks jederzeit griffbereit obenauf liegen.